Aufbauend auf unseren letzten Post möchten wir heute nochmals auf die drei Phasen der Führungsdebatte eingehen. Wenn Du den Post noch nicht gelesen hast, dann schau gerne nochmal in unseren Beiträgen vorbei.
Alle drei Phasen, Heroisches Management, Organisationslernen und postheroisches Management brachten Entwicklungen mit, die heute noch von Bedeutung sind: In einer Organisation, in der es Führungskräfte gibt, hängt der Erfolg stark von diesen ab. Gleichzeitig ist es wichtig, deren Macht durch Verhaltensregeln einzugrenzen und die Handlungsfähigkeit der Arbeitskräfte zu stärken. Deren Bedeutung für den Organisationserfolg ist unbestritten und kann mit der richtigen Selbstorganisation effektiv weiterentwickelt werden. Dass aber Verhaltensregeln und Moderationsgeschick allein keine gute Führungskraft ausmacht und diese auch ‚mit sich im Reinen sein sollten‘ hilft vor allem im Umgang mit den jüngeren Generationen.
Die Frage ist nun, ob das reicht. Ist es noch Führung oder sollte es nicht vielmehr Vorbild heißen? Denn zwei Bedürfnisse eint beide Generationen (Babyboomer und Generation Z): Verlässlichkeit und Wertschätzung. Mit Verlässlichkeit ist dabei nicht gemeint, dass wir uns an Abmachungen halten (was in vielen Organisationen schon ein Erfolg wäre). Es geht darum, dass wir immer die gleiche Person sind – sei es im Meeting, in der Mittagspause oder privat. Auch Wertschätzung lässt sich nicht einfach mit einem Lob erledigen. Vielmehr ist gemeint, dass wir lernen, andere Wege, Persönlichkeiten und Handlungen als Erfahrung wertzuschätzen und nicht zu bewerten bzw. verurteilen.
Vielleicht wird es Zeit, ein neues Paradigma zu entwickeln. Es muss die Lehren aus den vergangenen Führungsphasen enthalten, darf sich nicht zu sehr einschränken lassen und sollte allumfassend, das heißt für die Organisation, die Menschen und die Gesellschaft, Mehrwert stiften. Eine große, aber auch spannende und lohnende Aufgabe.