3. April 2025

Keep it simple. Komplexität rausnehmen, ohne Chancen einzubüßen.

Wie unsere Arbeitswelt entwickelt sich der Mannschaftssport ständig weiter. Es gibt neue Erkenntnisse zu Körperentwicklung, Gesundheit, Trainingsmethoden und Teammentalität. Dazu kommen äußere Einflüsse über Medien, welche Spielart aktuell im Trend liegt, und klassische Regeländerungen. In Organisationen ist das ähnlich: Ständig neue Arbeitsmethoden, Trends in der Führung, Digitalisierung, sich änderndes Kundenverhalten und vieles mehr. Und dazu noch der ständige Kampf zwischen Alt und Neu.

Chancen ergreifen und Komplexität rausnehmen:

Genau wie im Mannschaftssport können wir auch in Organisationen nicht immer nur die neuesten Methoden einführen. Zum einen konfrontieren wir die Menschen ständig mit Wandel, ohne ihnen Sicherheit zu geben, zum anderen verlieren wir als Organisation schnell unsere Identität. Wir müssen immer schauen, dass wir gleichzeitig alte Muster aussortieren oder die neuen Methoden nutzen, um Altbewährtes besser zu machen. Es bedarf immer einer Verbindung zwischen dem bisher Dagewesenen und dem Neuen.

Wir müssen es einfach machen:

Viele Coaches beschäftigen sich vom letzten Spiel bis zum nächsten Training mit allem, was besser hätte laufen können. Gleichzeitig informieren sie sich ständig über neue und erfolgsversprechende Methoden und bekommen zusätzlich noch Feedback von der Mannschaft. Wenn sie dann versuchen, all das Wissen, die neuesten Erkenntnisse und die gesamte Erfahrung in einem Training zu vermitteln, werden sie ihr Team hemmungslos überfordern. Erfolgreiche Coaches lernen schnell: Keep it simple. Sie brechen alle Informationen auf ein Minimum herunter und konzentrieren sich auf die schnelle Umsetzung.

Auch Organisationen können simplifizieren:

Obwohl Simplifizierung und Transparenz in vielen Organisationen beworben werden, ist deren Umsetzung meist nicht karrierefördernd. Je einfacher wir zum Beispiel Konzepte gestalten, so leichter sind sie für alle (auch die Kritiker) durchschaubar. Das macht uns anfällig für Kritik. Dabei liegt genau hier der Schlüssel zum Erfolg. Erst wenn wir es schaffen, ganze Bereichsstrategien in wenigen Worten, zum Beispiel auf einen Bierdeckel, zu formulieren, öffnen wir die Tür eben nicht nur den Kritikern, sondern auch allen Beteiligten. Dabei müssen wir auf nichts verzichten: Einfach schließt weder modern noch bewährt aus.

Die Haltung der Menschen bestimmt deren Fähigkeit, zu simplifizieren:

Um wirksam zu vereinfachen, müssen wir uns unserer Selbst, unserer Strategie und unserer Handlungen bewusst sein. Unserer Selbst, weil wir durch Vereinfachen auch Unbeteiligten und Fachfremden einen Einblick in unsere Arbeit gewähren. Unserer Strategie, weil diese nicht nur durchdacht, wirksam und schlüssig sein muss, sondern auch agil, also sich veränderten Situationen anpassend. Unserer Handlungen, weil wir mit klarem Ziel planen, umsetzen und bewerten müssen. Dann können wir vereinfachen und gleichzeitig unsere eigene Wirksamkeit erhöhen.